„She* Who Remembers - FLINTA & Krieg"

15.03.2026 · 14:0020:00Uhr

Feierwerk Farbenladen

  • Ausstellung

© Jasmin Breidenbach
© Jana Islinger
© Sandra Singh

Mit der Gruppenausstellung "She* Who Remembers – FLINTA &Krieg" rücken wir weiblich gelesene Perspektiven auf Krieg, Gewalt und Erinnerung in den Fokus.

Vom 5. bis 28. März 2026 versammelt die Ausstellung im Farbenladen des Feierwerk e.V. künstlerische Positionen aus Fotografie, Film, Installation und Bildender Kunst, die sich mit Kriegserfahrungen, Widerstand, Fürsorge und feministischer Erinnerungskultur auseinandersetzen.

Ausgangspunkt der Ausstellung ist die anhaltende Unsichtbarkeit von FLINTA-Personen in kriegsbezogenen Narrativen, sowohl in der medialen Berichterstattung als auch in historischen Erinnerungskulturen. Während militärische Konflikte häufig aus männlich dominierten Perspektiven erzählt werden, bleiben die Erfahrungen, Strategien des Überlebens und Formen des Widerstands von Frauen, Lesben, inter*, nicht-binären, trans* und agender Personen vielfach marginalisiert. She* Who Remembers – FLINTA & Krieg versteht sich als künstlerische Intervention gegen diese Leerstelle.

Die Ausstellung vereint Arbeiten von sieben Künstlerinnen und FLINTA-Personen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und biografischen Bezügen zu aktuellen oder vergangenen Kriegs- und Konfliktregionen, darunter Iran, Armenien, Palästina/Israel, die Ukraine, der Kongo und der Sudan. Gezeigt werden sowohl Werke von Künstler*innen aus den jeweiligen Regionen als auch von Personen mit Diaspora- oder Migrationserfahrung sowie von in Deutschland lebenden Künstler*innen, die sich kritisch mit diesen Kontexten auseinandersetzen.

Die präsentierten Arbeiten thematisieren die Auswirkungen patriarchaler und militaristischer Machtstrukturen auf Körper, Identität und Gemeinschaft. Gleichzeitig machen sie solidarische Netzwerke, Care-Arbeit, Freundschaft und Widerstand sichtbar – Aspekte, die in klassischen Kriegsnarrativen selten Raum finden. Krieg erscheint hier nicht nur als bewaffneter Konflikt, sondern auch als strukturelle, digitale und ideologische Gewalt, etwa in Form von Online-Misogonie und antifeministischer Radikalisierung.

Die ausstellenden Künster*innen sind (alphabetische Reihenfolge): Tanzil Abdallah Adam, Jasmin Breidenbach, Shaghayegh Chamani, Jana Islinger, Kokonelle, Sandra Singh & Mila Zhluktenko.

Reguläre Öffnungszeiten:

Sa. 07.03.2026 14.00 - 20.00 Uhr

Fr. 13.03.2026 16.00 - 20.00 Uhr

Sa. 14.03.2026 14.00 - 20.00 Uhr

So. 15.03.2026 14.00 - 20.00 Uhr

Fr. 20.03.2026 16.00 - 20.00 Uhr

Sa. 21.03.2026 14.00 - 20.00 Uhr

So. 22.03.2026 14.00 - 20.00 Uhr

Vernissage:

Do. 05.03.2026 19.00 - 22.00 Uhr

20.00 - 22.00 Uhr DJ Set von Sister Disko

Finissage:

Sa. 28.03.2026 18.00 - 22.00 Uhr

Feierwerk Farbenladen
  • Jasmin Breidenbach

    Artist&Curator

    Jasmin Breidenbach (*1989) ist eine deutsch-marokkanische Foto- und Videokünstlerin aus München. In ihrer Arbeit befasst sie sich mit Themen wieFeminismus, Identität und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Ihre Projekte, darunter das mit dem Deutschen Fotobuchpreis ausgezeichnete Fotobuch Live with Love. Promise, ihre Portraitserie zum Thema Endometriose und das aktuelle Projekt Der Ort Zwischen Uns, geben Frauen Sichtbarkeit und Raum für Empathie und Dialog. Webseite: https://www.jasminbreidenbach.de/ Instagram: @jasminbreidenbach

    Bildrechte: © Lisa Hantke

  • Mila Zhluktenko

    Artist

    Mila Zhluktenko, eine in Kyiv, Ukraine geborene Filmemacherin, studierte Dokumentarfilm an der HFF München. Ihre Filme wurden auf zahlreichen intenationalenFestivals gezeigt, u.a. auf der Berlinale, IDFA, MoMA, und Visions du Réel. Ihr Kurzfilm OPERA GLASSES wurde bei DOK Leipzig mit der Goldenen Taube ausgezeichnet. Zu ihren aktuellen Arbeiten, in Co-Regie mit Daniel Asadi Faezi, gehören WAKING UP IN SILENCE (Jurypreis Berlinale Generation KPlus) und RÜCKBLICKEND BETRACHTET (Deutscher Kurzfilmpreis). Ihr Kurzspielfilm CRITICAL CONDITION feierte Premiere in der Semaine de la Critique in Cannes 2025. Als Editorin arbeitete sie außerdem an den Filmen DEAD GIRLS DANCING, IRON BUTTERFLIES und GOTT IST EIN KÄFER. Seit 2021 ist Mila Zhluktenko zudem Mitglied des Münchner Filmmagazins Revü. 2023 trat sie dem Filmfest München als Programmscout bei. Webseite: https://zhluktenko.com/ Instagram: @mila_lotas

    Bildrechte: © Sebastian Huber

  • Tanzil Abdallah Adam

    Artist

    Tanzil Abdallah Adam ist eine sudanesische Muralistin, Textilkünstlerin und Artivistin, deren künstlerische Praxis marginalisierte Stimmen in den Mittelpunkt stellt, insbesonderedie von Frauen. Sie arbeitet vorwiegend im öffentlichen Raum und nutzt Street Art als Mittel der Erinnerung, des Widerstands und kollektiver Heilung. Aufgewachsen in Nord-Darfur und zwischen dem Sudan und der Diaspora verortet, verfügt Tanzil über einen akademischen Hintergrund in Public Health und Umweltstudien. Im Zuge der sudanesischen Revolution engagierte sie sich intensiv in Gedenk- und Protestkunst und war Mitbegründerin des Kollektivs Salvation in Art, eines Zusammenschlusses autodidaktischer Künstler*innen. Im Jahr 2022 erhielt sie den Creative Activism Award, der die Arbeit von Mayarem, einer rein weiblichen Street-Art-Gruppe, unterstützte. In ihren jüngsten Arbeiten, entstanden im Rahmen einer Residency bei 32 East (Uganda), untersucht sie Faden und Textil als Orte von Fürsorge, Überleben und politischem Ausdruck. Instagram: @iamtanzil126

    Bildrechte: © Danzig Adam

  • Jana Islinger

    Artist

    Jana Islinger (*1999) ist Dokumentarfotografin aus München. Mit einem journalistischen Ansatz arbeitet sie an Langzeitprojekten zu gesellschaftlichen und geopolitischen Themen,insbesondere zu Identität, Zugehörigkeit und Machtstrukturen. Ihre Arbeitsweise ist geprägt von intensiver Recherche und einer großen Nähe zu den porträtierten Menschen. Islinger wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Nikon Fotobus Grant und dem Emscherbilder-Stipendium, und zeigte ihre Arbeiten 2025 beim Fotofestival Les Rencontres d’Arles. Webseite: https://janaislinger.com/ Instagram: @janaislinger

    Bildrechte: © Paulina Hildesheim

  • Shaghayegh Chamani

    Artist & Curator

    Shaghayegh Chamani wurde in Teheran geboren und lebt heute in München. Sie studiert Bildhauerei an der Akademie der bildenden KünsteMünchen und teilt sich mit vier Freund*innen ein gemeinsames Atelier, das als Raum für Austausch, kollektive Praxis und interdisziplinäres Arbeiten dient. Seit 2022 ist sie im Bellevue di Monaco, einem Kultur- und Wohnzentrum für geflüchtete Menschen, tätig. Dort ist sie für Administration, Organisation und Finanzen verantwortlich und moderiert Abende zu Themen rund um Iran, Migration und kulturelle Identität. In ihrer künstlerischen Arbeit beschäftigt sich Shaghayegh mit Archiv und Herkunft, Flucht und Migration, Körperlichkeit und Feminismus. Gesellschaftliche Fragen zu Gleichberechtigung und Postmigration bilden den Kern ihrer Praxis. Ihre Skulpturen und Installationen verknüpfen persönliche Narrative mit politischen Perspektiven und erforschen, wie Erinnerung, Material und Identität miteinander verflochten sind. Instagram: @shaghayegh11chamani

    Bildrechte: © Shaghayegh Chamani

  • Kokonelle

    Kokonelle

    Artist

    Kokonelle ist eine multidimensionale Künstlerin aus München mit kongolesischen Wurzeln. In ihrer Musik verbindet sie Hip-Hop, R’n’B, Afro und Soul –mehrsprachig auf Englisch, Deutsch, Französisch und Lingala. Ihre Songs handeln von Identität, Widerstand, radikaler Zärtlichkeit und Selbstermächtigung. Auch abseits der Bühne ist Kokonelle aktiv: als Bildungsreferentin, bildende Künstlerin und Kuratorin versteht sie Kunst bewusst als politische Praxis. Ende 2025 erschien ihre Debüt-EP „Release“, ein sechsteiliges Projekt zwischen Empowerment und Verletzlichkeit, das u. a. vom BR Zündfunk, dem Gasteig Magazin und der Süddeutschen Zeitung aufgegriffen wurde. Mit ausdrucksstarken Live-Performances, Musikvideos und Workshops ist Kokonelle eine kraftvolle Stimme einer neuen künstlerischen Generation. 2026 setzt Koko genau dort an, wo sie aufgehört hat! Euch erwarten viele neue Shows, Projekte, Kunst, Community und natürlich Musik! Webseite: https://kokonelle.de/ Instagram: @kokonelle

    Bildrechte: © Priscilla Grubo

  • Sandra Singh

    Artist

    Sandra Singh (*1990) ist eine deutsch-indische bildende Künstlerin und Fotografin, die in München lebt und arbeitet. In ihrer künstlerischen Praxisbewegt sich Singh an der Schnittstelle von Fotografie, Druckgrafik, Video- und Medienkunst. Ihre Arbeiten und Recherchen beschäftigen sich mit Themen wie Grenzpolitik, weiblicher Autonomie und migrantischer Identität. Ihr Arbeitsprozess ist geprägt von wissenschaftlicher und journalistischer Recherche sowie einer Verbindung ästhetischer Ansätze aus Überwachungstechnologie, Fine-Art-Fotografie und (Foto-)Journalismus. Webseite: https://sandrasingh.de/ Instagram: @sandra_singh

    Bildrechte: © Francesco Giordano